← Die Sichuan-Oper mit dem Gesichtsmasken-Wechsel im Shufeng-Yayun-Teekaus in Chengdu, China Sichuan-Oper-Führer

SO SCHNEIDET ES IM VERGLEICH AB

Sichuan-Oper vs. Peking-Oper: Der Unterschied

Zwei der großen Operntraditionen Chinas, die oft verwechselt werden. So unterscheiden sich Sichuan-Oper und Peking-Oper in Klang, Stil, Humor – und wer das Gesichtsmasken-Wechseln beherrscht.

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Zwei Opern, zwei Regionen

Die Peking-Oper und die Sichuan-Oper sind beides Formen des Xiqu, des traditionellen chinesischen Gesangstheaters – und für Neulinge können sie leicht ineinander übergehen: bemalte Gesichter, stilisierte Kostüme, schrille Perkussion. Doch es sind wahrhaft verschiedene Traditionen aus verschiedenen Regionen. Die Peking-Oper kristallisierte sich im 19. Jahrhundert in der Kaiserstadt heraus und wurde de facto zur Nationaloper Chinas – verfeinert und weltweit exportiert. Die Sichuan-Oper hingegen wuchs als Regionaltheater von Sichuan und Chongqing heran, volkstümlicher im Ton, komischer, eng verbunden mit dem Teehaus. Wenn Sie vage von der „chinesischen Oper“ gehört haben, hatten Sie vermutlich die Peking-Oper vor Augen; das Gesichtstauschen, dessentwegen Sie nach Chengdu gekommen sind, gehört jedoch der anderen Tradition an.

Auf einen Blick

Die beiden Formen unterscheiden sich am stärksten darin, woher sie stammen, wie sie klingen und wofür sie bekannt sind. Im direkten Vergleich:

Peking-Oper vs. Sichuan-Oper, auf einen Blick

Privater Transfer vom Flughafen Prag ins StadtzentrumPeking-OperSichuan-Oper
StartseitePeking, die kaiserliche HauptstadtChengdu & Chongqing, in Sichuan
GeschmackVeredelt, national, weit exportiertRegionaler, erdiger, komischer
MusikEin standardisiertes System (xipi/erhuang)Fünf Gesangsstile unter einem Dach
Bekannt fürVerfeinerte Gesangs- und KampfrollenGesichtswechsel, Feuerspucken, Witz
EinstellungGroße Bühnen und OpernhäuserTeehäuser — nah dran und lebendig

Wie sie sich unterschiedlich anhören

Der deutlichste Unterschied liegt in der Musik. Die Peking-Oper wird vor allem vom Pihuang-System getragen – den Melodien Xipi und Erhuang – angeführt von der hohen, klagenden Jinghu-Geige, was ihr eine recht einheitliche und wiedererkennbare musikalische Signatur verleiht. Die Sichuan-Oper jongliert mit fünf Gesangsstilen, und ihr markantester, Gaoqiang, verzichtet fast vollständig auf Melodieinstrumente: Der Ton wird von Schlagzeug gesetzt und von einem hinter der Bühne agierenden „antwortenden Chor“ unsichtbarer Stimmen beantwortet. Dieses Ruf-und-Antwort-Spiel ist ein Klang, den man in der Peking-Oper schlicht nicht findet. Selbst für ein ungeschultes Ohr wirkt eine Gaoqiang-Passage roher und verblüffender als die glattere Melodielinie einer Peking-Opern-Arie.

Wer steckt hinter dem Gesichtswechsel?

Das ist ein Missverständnis, das sich lohnt auszuräumen: Bian Lian, der Gesichtstausch, ist eine Spezialität der Sichuan-Oper, nicht der Peking-Oper. Die Peking-Oper hat ihre eigene Tradition bemalter „Jing“-Gesichter – kühne, symbolische Ganzgesichts-Masken, die vor der Aufführung aufgetragen werden – doch die Maske bleibt, wo sie ist; sie wechselt nicht in Sekundenschnelle. Der rasante mechanische Maskenwechsel, ebenso wie das Feuerspucken, ist das Markenzeichen des Chuanju, entwickelt und gehütet innerhalb der Sichuan-Tradition. Wenn es also der Gesichtstausch ist, den Sie suchen, dann ist Chengdu die richtige Stadt und die Sichuan-Oper die richtige Form – auf einem Spielplan der Peking-Oper werden Sie diesen Trick nicht finden.

Tonalität und Umgebung

Jenseits der Musik tragen die beiden Formen unterschiedliche Stimmungen in sich. Die Peking-Oper wirkt formvollendet und virtuos, schätzt disziplinierten Gesang und spektakuläre akrobatische Kampfszenen und wird oft in einem richtigen Theater mit einer Aura nationaler Prestigekultur inszeniert. Die Sichuan-Oper bleibt ihren Teehaus-Wurzeln treu: witziger, komischer, eher bereit, mit dem Publikum zu spielen, und am glücklichsten, wenn sie mit Tee und einem entspannten Publikum serviert wird. Keine ist „besser“ – sie zielen auf unterschiedliche Vergnügen ab. Die Peking-Oper belohnt aufmerksame Hingabe an eine verfeinerte Kunst; ein Abend im Sichuan-Opern-Teehaus ist gesellig, abwechslungsreich und unmittelbar unterhaltsam – gemacht, um ein ungezwungenes Publikum zu begeistern, ohne dass es sich erst einstudieren müsste.

Was sollten Sie sich ansehen?

Wenn Sie in Chengdu sind, ist die Antwort einfach: Besuchen Sie die Sichuan-Oper, denn hier ist sie zu Hause, und das Gesichtwechseln ist ihr Markenzeichen. Die Peking-Oper findet man eher in Beijing, wo ihre eigene Tradition am tiefsten verwurzelt ist. Idealerweise hat eine China-Reise Platz für beides – sie erhellen sich gegenseitig, und wer die eine sieht, schärft sein Ohr für die andere. Aber Sie müssen nicht das Gefühl haben, sich für die „wichtigere“ Form entscheiden zu müssen. Die Teehaus-Varieté-Show der Sichuan-Oper gehört zu den unterhaltsamsten und zugänglichsten Live-Erlebnissen des Landes und wird für viele Reisende zum Höhepunkt ihres Aufenthalts in Chengdu.

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